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Erfahre mehr über die spannende Arbeit von GAiN Österreich. Durch die nachfolgenden Berichte möchten wir dich mit hinein nehmen in die vielen großen und kleinen Momente die Leben verändern.

AUF MISSION IN DER UKRAINE

Es ist ein sonniger September Vormittag. Mit einem Kletterseil gesichert, stehe ich auf einem unfertigen Dachstuhl mitten in der Ukraine … Ich arbeite mittlerweile seit ca. 3,5 Jahren ehrenamtlich bei GAiN mit. Dabei führen die Wege meistens mit dem LKW nach Rumänien. Diese Arbeit genieße ich sehr. Mehr und mehr verstehe ich, dass die Begeisterung nicht nur von der Leidenschaft rund ums LKW-Fahren kommt. Es bereitet mir große Freude, wenn ich Leuten zur Seite stehen kann, die Hilfe brauchen. Durch meinen Freund Samuel erfahre ich von DART. Schnell wächst in mir der Wunsch, auch dort mitzuwirken.

Nach einem ausführlichen Bewerbungsprozess reise ich im Juni 2025 für 10 Tage zur Ausbildung nach Lettland. Im August kommt schließlich ein E-Mail mit dem Betreff “Call for availability” – eine DART-Mission wird ausgerufen. Ziel der Mission: Einer ukrainischen Familie, die durch eine Bombe alles verloren hat, ein neues Zuhause zu schenken. Wegen der nach wie vor schwierigen Kriegssituation entschied sich GAiN dafür, ein DART Team zur Unterstützung zu schicken.

Sofort weiß ich, ich will gehen und helfen. Nach einem Tag Bedenkzeit und Rücksprache mit meiner Familie gebe ich meine Bereitschaft für den 3-wöchigen Einsatz bekannt. Da stehe ich also nun, auf dem unfertigen Dachstuhl irgendwo in der Ukraine. Auch ohne handwerkliche Erfahrung arbeite ich mich schnell ein. Doch der Bau ist nur eines von drei Zielen, die wir auf diesem Einsatz erreichen wollen. Ebenso liegt es uns am Herzen, unsere Partner in der Ukraine zu stärken und ein Segen für den Ort und die lokale Gemeinde zu sein. Die Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Team funktioniert schnell und auch trotz sprachlicher Barrieren bauen sich rasch Freundschaften auf. Fast normal scheint hier das Leben manchmal zu laufen.

Gelegentlich kommt der Krieg auch in dieser “sicheren” Gegend an. Täglich waren Luftalarme zu hören und ab und zu flogen russische Angriffsdrohnen nahe genug vorbei, um ihre Motoren zu hören – für viele Ukrainer trauriger Alltag. Vor allem die Kinder leiden unter der ständigen Angst – in Zeichnungen, die mich oft traurig und sprachlos zurücklassen, versuchen sie den Schrecken des Krieges zu verarbeiten. Ich hoffe, das dieser Krieg bald endet und wir eines Tages die Möglichkeit bekommen, diesen Kindern neue Hoffnung und Perspektive zu schenken. Mir hat dieser Einsatz auf sehr direkte Weise wieder gezeigt, warum die Arbeit von GAiN – und damit auch mein Investment – so wichtig ist. Wir können vielleicht nicht die ganze Welt retten, oder einen sinnlosen Krieg beenden, aber wir können durch unsere Bereitschaft zu helfen, Hoffnung schenken und Menschen die Liebe Gottes ganz praktisch zeigen. Wir sind gekommen, um ein Haus zu bauen, aber schlussendlich durfte ich feststellen, dass wir viel mehr erreichen konnten: Wir haben Beziehungen gebaut, gegründet auf bedingungsloser Liebe, die uns Gott schenkt, und die weit über Ländergrenzen und Lebensumstände hinausgehen.

KRANKENHAUS, OLTENITA

„…es ist ein klarer Beweis dafür, dass unsere Gemeinschaft stärker wird, wenn es gutherzige Menschen gibt, die sich dafür entscheiden, sich zu engagieren und Gutes zu tun.“ Mit diesen Worten reagierte der Bürgermeister von Oltenita im Süden von Rumänien auf die Lieferung von zwei LKWs voll mit medizinischen Geräten aus Österreich für das stark renovierungsbedürftige örtliche Krankenhaus.

Viele Monate haben die Verantwortlichen erfolglos versucht das dringend benötigte Material zu besorgen, bestätigt auch unser Partner vor Ort: “Lange haben wir für neues Equipment und zusätzliche Betten gebetet und schließlich kam der Tag, an dem ich die Freude hatte, eine der schönsten Spenden vom Global Aid Network und seinen Partnern in Österreich zu erhalten.” schreibt Elisei in seinem Bericht.

Neben 50 elektrischen Krankenhausbetten, konnten wir die Ärzte vor Ort mit Spezial-Equipment wie Ultraschall- und Röntgengeräten sowie einem Anästhesie-Gerät ausstatten. So durfte GAiN im wahrsten Sinne des Wortes zum Segensbringer für Menschen in Not werden. All das wäre nicht möglich ohne die vielen Menschen, die immer wieder bereit sind sich in GAiN als lebendiges Mitmach-Hilfswerk zu investieren – mit ihrem Netzwerk, ganz praktisch mit Zeit und Fähigkeiten oder mit Finanzen. DANKE!

MOISE, 6 Jahre – Calarasi

Moise besucht täglich mit seinen drei Geschwistern das Kinderzentrum in Chiselet. An seinem sechsten Geburtstag fragte Moise einen Mitarbeiter, ob er im angeschlossenen Second-Hand-Store mitarbeiten und Geld verdienen könne. Die Antwort auf die Frage wozu er Geld brauchen würde traf uns mitten ins Herz: „Ich habe morgen Geburtstag und ich habe noch nie in meinem Leben ein eigenes Geburtstagsgeschenk bekommen.“ Moise erklärte, dass seine Eltern auch in diesem Jahr nicht genug Geld für ein Geschenk hätten und er würde sich so sehr ein eigenes Fahrrad wünschen.

Kurzerhand beschloss das Leitungsteam, Moise am nächsten Tag zu Hause zu besuchen – mit einem Fahrrad aus dem Second-Hand im Gepäck als Geschenk zum Geburtstag. Was niemand wusste: Moise konnte gar nicht Fahrrad fahren. Aber davon ließ sich der kleine Mann nicht aufhalten und schon eine Stunde später fuhr Moise mit dem breitesten Lächeln, das man sich vorstellen kann, mit seinem neuen Fahrrad durchs Dorf.

Während Moise allen Freunden stolz sein Fahrrad präsentierte konnten die Mitarbeiter mit den Eltern ins Gespräch kommen über Glaube, bedingungslose Liebe und eine Hoffnung die trägt.

ÜBERALL WASSER

Während vielen von uns die Bilder des Jahrhundert-Hochwassers in Ostösterreich 2024 noch schmerzlich in Erinnerung sind, ist die Zerstörung in Rumänien auch Wochen nach der Flut noch immer eine traurige Realität. Die betroffenen Menschen sind bei den Aufräumarbeiten oft allein gelassen. Gleichzeitig versuchen lokale Kirchen Nächstenliebe zu leben und Menschen praktisch zu unterstützen.

Catalin, unser Partner vor Ort, erzählt:

„Den 21. September 2024 werde ich nie vergessen. Ich besuchte in den Dörfern um Galati unsere Gemeindezentren, um mir selbst vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Flutkatastrophe zu machen, denn in unserer Region übertraf das Hochwasser mit einer Höhe von über 2 Metern bei weitem alle menschlichen Befürchtungen.

Seit Tagen waren die betroffenen Menschen zusammen mit Teams von Freiwilligen, Feuerwehrleuten und einigen Verwandten damit beschäftigt, den Schlamm aus den Häusern zu entfernen. Mir schlug ein übler Geruch aus den Gebäuden entgegen. Überall fielen viele Vorräte, Möbel, aber auch Tiere den Fluten zum Opfer – nur wenige von ihnen konnten gerettet werden.

Geschockt war ich, als mir von einer Mutter und ihrer Tochter erzählt wurde, die wegen der Überschwemmung in ihrem Haus eingeschlossen waren. Das kalte Wasser stieg bis zum obersten Stockwerk. Um zu überleben, standen die beiden etwa sieben Stunden lang mit dem Kopf an der Decke, um atmen zu können, bis das Wasser zurückging.“

Wir konnten dringend benötigten Hilfsgüter für den Wiederaufbau mit einem ersten LKW in das Katastrophengebiet entsenden.

EINE REISE, DIE UNS VERÄNDERTE

Auf unserer Reise im Süden Rumäniens trafen wir viele Kinder aus Roma-Familien. Victoria (Name geändert) lebt als jüngste Tochter einer Romafamilie in absoluter Armut, wie die meisten Kinder in der Region Calarasi. Ihr Vater ist häufig abwesend und ihre Mutter „arbeitet“ irgendwo im Westen und wenn sie kann, sendet sie Geld nach Hause. Zwar lebt Victoria mit ihren Geschwistern bei den Großeltern – die Kinder sind aber meistens auf sich allein gestellt. Das bisschen Geld, das die Großeltern zur Verfügung haben, reicht kaum für eine anständige Mahlzeit.

Es sind Begegnungen wie diese, durch die Not & Leid plötzlich einen Vornamen bekommen und wir uns fragen: Können Mädchen wie Victoria jemals eine bessere Zukunft haben als die Generationen vor ihnen?

In Calarasi trafen wir unseren Partner von „Ausgestreckte Hand Rumäniens“, welcher in neun Gemeindezentren für insgesamt 800 von Armut betroffenen Kindern wie Victoria ein zweites Zuhause schenkt. Hier können sie in die Schule gehen und erhalten Aufgabenhilfe. Wir sahen strahlende Kinderaugen, die in neue Schulhefte schrieben oder Kleidung und Schuhe geschenkt bekamen, die ihnen nicht nur passten, sondern sogar recht gut aussahen.

Den wohl stärksten Unterschied machen die Mitarbeiter der Kinderzentren mit einem schlichten aber täglich mit Liebe zubereiteten Essen, das den Hunger stillt, der Zuhause auf die Kinder warten würde. Fast jedes Zentrum bietet am Samstag oder Sonntag auch Gottesdienste an, in denen Kinder und ihre Eltern zusätzlich jene Hoffnung finden, die Leben wahrlich verändert.

Es sind diese Oasen der Hoffnung und der bedingungslosen Liebe, die Kindern wie Victoria Halt und Perspektive geben – inmitten großer Armut, Gewalt und täglicher Ausgrenzung.

 

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