Das Camp Moria auf Lesbos wurde am 9. September aufgrund mehrerer Feuer evakuiert. Wieviele der Bewohner dabei verletzt wurden, ist noch unklar. Mitarbeiter von GAiN sind nicht zu Schaden gekommen.

Die Geflüchteten haben ihre wenige Habe verloren und sind sehr verzweifelt. Nahezu 13.000 Menschen sind nun obdachlos. Es fehlt ihnen an den existenziellsten Dingen wie Unterkunft, Nahrung und Hygieneartikeln. Die Lage im überfüllten Camp war schon vorher durch einige Coronafälle und der daraus resultierenden Quarantäne unerträglich.

Als Soforthilfe verteilte GAiN Decken und Lebensmittel aus Lagerbeständen. Wir wollen die Menschen im Camp aber auch weiterhin mit Hilfsgütern unterstützen. Momentan sind wir mit Mitarbeitern vor Ort im Gespräch und werden bald entscheiden, wie unsere weitere Hilfe konkret aussieht.

Lesbos - warum wir helfen

Flüchtlingslager Moria

Mit der Schließung der Grenzen in Europa wurde der Weg vieler Geflüchteter nach Mitteleuropa unterbrochen. Nachdem sie um ihr Leben gerannt sind, um dem Krieg in ihren Heimatländern zu entkommen, sind diese Menschen nach einem, oft riskanten, Übersetzen mit Schlauchbooten aus der Türkei auf der griechischen Insel Lesbos gestrandet.

Das Lager, das ursprünglich als Kurzzeitunterkunft für 1.500 Personen geplant war, platzt jetzt aus allen Nähten. Waren es im Jahr 2019, als wir mit einem Team dort waren, noch ca. 11.000 Menschen, so leben jetzt bereits ca. 20.000 in diesem Camp. Es mangelt an Schlafplätzen, Decken, Kleidung und sanitären Anlagen. Menschen schlafen in Zelten, die nur ungenügend Schutz vor Kälte und Nässe bieten. Es herrscht pure Verzweiflung.

Immer öfter machen bereits die griechischen Bewohner der Insel ihrem Unmut Luft. Es kommt vereinzelt zu Angriffen auf die Geflüchteten, aber auch auf Mitarbeiter der Hilfswerke vor Ort.

Es ist ein Pulverfass. Wenn jetzt noch Corona ausbrechen würde, kaum auszudenken, was dann los ist.

Lesbos - wie wir helfen

Flüchtlinge am Rande Europas

Im Lager herrscht eine Atmosphäre von Leid, Ungerechtigkeit, Dunkelheit und so viel Hoffnungslosigkeit. Menschen stehen stundenlang Schlange, um etwas zu essen zu bekommen. Über 100 Menschen teilen sich eine Toilette! Duschen ist Luxus. Nachts trauen sich die Frauen nicht alleine in die Waschräume. Auch die Helfer verzweifeln, wenn sie die Bitten der Geflüchteten ablehnen müssen, weil es einfach an allem fehlt. GAiN hilft durch Hilfsgüter und Teams, die praktisch dort mitanpacken. Unsere Kollegen von GAiN Holland koordinieren diese Arbeitseinsätze von ehrenamtlichen HelferInnen. Die GAiNs in Holland, Deutschland, Schweiz und auch wir in Österreich sammeln fleißig für die Geflüchteten. Die Transporte erfolgen mit deutschen GAiN-Fahrzeugen.
Mehr Infos zu unserer Sammelaktion

Andrea Wegener, Mitarbeiterin von GAiN Deutschland, lebt seit November 2018 auf der Insel. Sie möchte die Welt dieser Menschen wenigstens etwas heller und hoffnungsvoller machen! Sie hilft praktisch im Camp mit und ist für die Gesamtkoordination der Arbeit von EuroRelief im Lager verantwortlich.

Lesen Sie auf Andreas Blog, was sie auf der Insel erlebt.

Andreas Blog

Ansprechpartner GAiN Austria, Administration, Patenschaften

Gloria Buttinger

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